In der heimischen Halle in Bad Brückenau lag am Samstag spürbar etwas in der Luft. Trainerin Maika Herbert konnte erstmals seit Wochen auf einen vollen Kader zurückgreifen – und man merkte jedem Spieler an, wie sehr er auf diesen Spieltag hingefiebert hatte. Die intensiven Trainingseinheiten der vergangenen Wochen mit vielen Laufspielen, Konzentrationsübungen und harter Arbeit sollten sich endlich auszahlen. Die Mannschaft war bereit.
TV Bad Brückenau – TSV Münnerstadt II 3:0 (25:7; 25:12; 25:16)
Im ersten Spiel des Tages bekamen die Zuschauer gleich einen starken Auftritt zu sehen. Jugendspieler und Zuspieler Mark Scherf aus der zweiten Mannschaft durfte von Beginn an ran und zeigte eindrucksvoll, wie sehr er sich weiterentwickelt hat. Mit technisch sauberem und überlegtem Zuspiel setzte er seine Angreifer immer wieder glänzend in Szene.
Beim Stand von 1:1 übernahm Alvaro Schrenk-Jiménez das Kommando – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einer beeindruckenden Aufschlagserie brachte er die gegnerische Annahme zur Verzweiflung und zog sein Team quasi im Alleingang auf 11:2 davon. Als beim Spielstand von 16:5 auch noch Mannschaftskapitän René Saam seine nächste druckvolle Serie vom Aufschlag aus folgen ließ, stand es wenig später 22:6. Der erste Satz war geprägt von purer Dominanz und endete souverän mit 25:7.
Im zweiten Durchgang bestimmten vor allem die Außenspieler das Geschehen. Alvaro Schrenk-Jiménez und Gheorghe Rusen punkteten immer wieder kraftvoll über die Außenpositionen, während Mittelblocker Andreas Frikel mit schnellen Mitteangriffen glänzte. Bad Brückenau spielte konzentriert und variabel – der verdiente Lohn: ein klares 25:12.
Im dritten Satz nutzte Trainerin Maika Herbert die Gelegenheit, allen Spielern Spielzeit zu geben und sie für das nächste Match einzuspielen. Zu Beginn setzte Serhii Khlustyk mit einer starken Aufschlagserie ein erstes Ausrufezeichen und brachte sein Team von 2:2 auf 9:3 in Führung. Zwar schlichen sich im weiteren Verlauf einige Abstimmungsfehler ein, wodurch Münnerstadt besser ins Spiel fand, doch ernsthaft in Gefahr geriet der Satz nie. Mit Routine und Ruhe spielten die Brückenauer den Durchgang zu Ende und gewannen mit 25:16.
Nach nur knapp 50 Minuten war der Pflichtsieg perfekt – ein souveränes 3:0 und ein gelungener Auftakt in den Spieltag.
TV Bad Brückenau – TSV Waigolshausen 3:0 (25:21; 25:15; 25:18)
Die Tribüne füllte sich zunehmend, und mit der lautstarken Unterstützung im Rücken ging es in das mit Spannung erwartete Revanche-Spiel gegen den TSV Waigolshausen. Am allerersten Spieltag hatte man sich noch knapp mit 2:3 geschlagen geben müssen – seitdem führte Waigolshausen die Tabelle an. Es war Zeit, ein Zeichen zu setzen.
Personell musste Trainerin Maika Herbert diesmal auf Andreas Frikel verzichten. Kurzerhand wurde Andrii Kinash aus der zweiten Mannschaft auf die Liste gesetzt – direkt von der Tribüne auf die Bank. Ein großes Dankeschön für diesen spontanen und flexiblen Einsatz!
Schon zu Beginn war klar: Dieses Spiel würde über Tempo, Kondition und Durchhaltevermögen entschieden. Während man im ersten Spiel noch mit angezogener Handbremse agierte, hieß es nun: Vollgas.
Der erste Satz begann ausgeglichen. Beim Stand von 5:5 setzte Nikita Frikel mit variablen Aufschlägen eine kleine Serie und brachte sein Team mit 10:6 in Front. Trainerin Herbert betonte von außen immer wieder, wie wichtig es sei, diesen Vier-Punkte-Vorsprung zu halten. Zwar wirkten Annahme und Abwehr zunächst noch etwas wackelig, sodass Zuspieler Matthias Schulz oft nur die Außenposition bedienen konnte, doch genau dort zeigte Kapitän René Saam seine ganze Erfahrung. Mit cleveren Angriffsfinten in die freien Räume sammelte er wichtige Punkte. Am Ende ging der Satz mit 25:21 an Bad Brückenau.
Im zweiten Satz zeigte die Mannschaft, dass sie das hohe Tempo problemlos mitgehen konnte. Annahme und Abwehr stabilisierten sich deutlich – nicht zuletzt dank Libero Eugen Rabschinski, der spektakulär Bälle aus der Abwehr kratzte. Nun hatte Zuspieler Matthias Schulz alle Optionen offen und setzte immer wieder den talentierten Diagonalspieler Nikita Frikel sowie Mittelblocker Jakwon Rhodes in Szene. Beide verwandelten nahezu jeden Ball in direkte Punkte und überzeugten zudem mit starken Blocks. Die Zuschauer trugen ihr Übriges bei und feuerten die Mannschaft lautstark an. Ergebnis: ein souveränes 25:15.
Im dritten Satz galt es, die Nerven zu bewahren und den Sack zuzumachen. Matthias Schulz setzte gleich zu Beginn mit druckvollen Aufschlägen ein klares Zeichen und brachte sein Team schnell mit 6:1 in Führung. In einer Auszeit lobte Trainerin Herbert die professionelle Herangehensweise: „So geht man in einen dritten Satz.“
Doch Waigolshausen kämpfte sich noch einmal heran. Kurzzeitig ließ die Konzentration nach, und beim Stand von 18:17 war das Spiel wieder offen. Dann übernahm Serhii Khlustyk Verantwortung: Mit gezielten, unangenehmen Aufschlägen sorgte er für die Vorentscheidung – 24:18. Den letzten Punkt verwandelte schließlich Youngster Nikita Frikel, der von den Zuschauern längst liebevoll „der kleine Killer“ genannt wird. Mit 25:18 war der 3:0-Erfolg perfekt.
Nach 1 Stunde und 18 Minuten standen die ersehnten drei Punkte gegen den Tabellenführer fest – und das mit einem überzeugenden Sieg.
Fazit von Trainerin Maika Herbert
„Ich wurde von vielen Zuschauern gefragt, ob ich nervös bin. Eine gewisse Anspannung und den nötigen Respekt hat man bei solchen Begegnungen auf Augenhöhe natürlich. Aber ich war zu keinem Zeitpunkt nervös oder verunsichert, dass wir das Spiel nicht gewinnen. Wir haben in den letzten Wochen hart gearbeitet und trainiert. Erfolg ist kein Glück, sondern das Ergebnis von Schweiß und harter Arbeit. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“
Am 07.03. stehen die Kreuzspiele gegen die Mannschaften der Kreisliga Ost 1 an. Gelingt es auch dort, zwei Siege einzufahren, wartet das große Finale. Bis dahin wird weiter konzentriert und intensiv trainiert – mit dem klaren Ziel, dem Aufstieg einen großen Schritt näher zu kommen.
Ein großes Dankeschön gilt den zahlreichen Zuschauern für die fantastische Unterstützung in der heimischen Halle!
